Was für ein Jahr! Rückblick 2020

Mittlerweile ist der 07.01.2021. Gestern war bei uns in Bayern Feiertag. Hl. 3 König. Und ein freier Tag für uns und unser NudelneSterl. Wir kommen etwas zur Ruhe. Und da der Januar ja immer etwas Raum gibt zum Sinnieren und das letzte Jahr revue passieren zu lassen, möchte ich Euch auch etwas von unserem letztem Jahr erzählen und Euch teilhaben lassen!

 

Unser 2020 war ein Jahr voller Kontraste:
anstrengend - nervenaufreibend - voller Ungewissheit - durcheinander - strukturiert - aufregend - positiv - mit einigen Tränen begossen - mit viel Lachen - Gefühlsachterbahn - sehr viel innere Unruhe - Angst - Entscheidungskraft - mit viel Biss - Gesang - produktiv - voller neuer Abläufe - Verlust - neue Einflüsse - neue Eindrücke - arbeitsintensiv - durchhalten - durchbeissen - Neues lernen - Höhen & Tiefen - Überforderung - alles im Griff haben - schnell reagieren - Dankbarkeit

 

Doch versuche ich, den Jahresrückblick etwas chronologischer anzugehen; was wahrscheinlich nicht grade einfach wird.. Aber da das ganze Jahr nicht einfach war, passt das doch!
Zur HIlfe nehme ich unseren Instagram-Feed; denn der wird täglich befüttert und ich nutze ihn einfach als unser Firmen-Tagebuch!

 

JANUAR
Anders als in den Vorjahren produzierten wir einiges an Nudeln. Normalerweise produzieren wir im Januar eher keine Nudeln, weil die Erfahrung gezeigt hat, dass die ersten beiden Monate im Jahr sowieso immer sehr ruhig vom Geschäft her sind und es somit nicht sonderlich schlimm ist, wenn die ein oder andere Nudelsorte ausgeht. Es ist schließlich immer noch genug da. Im Januar wird bei uns normalerweise wieder sortiert und geräumt. Nicht so in 2020. Wir haben am 13.01.2020 die 1. Nudelproduktion für 2020 eingeläutet und dann auch relativ viel produziert (u. a. weil wir Aufträge von einem etwas größeren Kunden hatten). Übrigens entstand in diesem Monat auch eine neue Geschmacksrichtung: Brokkoli-Nudeln. Sie passen zu Fisch- und Fleisch, zu deftigen Gerichten und auch zu zarten. Und natürlich zu Gemüse jeglicher Art. Ganz besonders finden wir sie aber mit Käse überbacken und klassisch im Nudelauflauf und Nudelsalat.
Auch war der Januar geprägt von Handwerkern und einiges an Ärger und viel verbrauchten Nerven. Leider hat so einiges nicht auf Anhieb geklappt, aber die meisten Probleme konnten gelöst werden. Jeder, der baut oder renoviert kennt die Thematik.
Nebenbei plante ich unsere 10-Jahres-Feier für Mai. Das NudelneSterl ist nämlich im Dezember 2019 10 Jahre alt geworden; da haben wir aber nicht gefeiert, weil uns da das Weihnachtsgeschäft jedes Jahr dermaßen in Beschlag nimmt.

 

FEBRUAR
Im Januar bis in den Februar haben wir endlich unseren Boden ins Lager bekommen. Wir haben uns für einen Epoxidharz-Boden entschieden, den wir auch 1 Jahr später noch feiern! Er ist einfach so angenehm zum drauf laufen und aber genauso gut zu reinigen. Und optisch ist der auch ein Hit! Also bis jetzt war der die richtige Entscheidung! Exakt dieser Boden hat uns zwar einige Wochen an Verzögerung gekostet, aber unterm Strich war`s das wert!'
In diesem Monat ziehen wir endlich schon mal mit den meisten Nudeln hoch ins Lager. Mein Papa baut oben Regale wie ein Weltmeister und die versuchen wir zu befüllen. Schön ist es, wenn man endlich mal viel Platz hat!
Im Februar haben wir auch die Zusage vom BR bekommen, dass wir in einer Folge des Formats "Weibsbilder" erscheinen. Drehtermin innerhalb 2 oder 3 Wochen für 2 Tage am 21.02. + 22.02.2020.
Und dann sind die beiden Drehtage auch schon da. Und das 3-köpfige Drehteam, bestehend aus Kerstin (der Filmemacherin), Moritz (Kameramann) und Stefan (Tonmann) ist einfach mal großartig und die Chemie stimmt! Das war eine meiner größten Ängste, dass es vielleicht menschlich nicht so passen könnte und man sich aber dann doch öffnen muss. Aber die 3 waren einfach toll! Wir hatten spannende und äußerst interessante Drehtage!
Direkt die Woche nach dem Dreh war ja Fasching und da haben wir ja traditionell am Rosenmontag und Faschingsdienstag den Laden in Karpfham geschlossen. Die beiden Tage habe ich letztes Jahr genutzt und das Erlebte der beiden Drehtage niedergeschrieben. Minutiös. Weil`s einfach spannend war. Den Bericht habe ich immer noch nicht offen zugänglich gemacht, weil der um die 12 Din A4-Seiten lang ist. Auf Instagram habe ich mal eine Umfrage gemacht, ob der Bericht interessant wäre. Die Antwort lautete ziemlich einstimmig "Ja". Daraufhin habe ich gefragt, ob ich direkt den Bericht zum lesen online stellen soll oder ihn als Podcast aufnehmen soll. Hier war die Antwort "Podcast". Das wollte ich also auch mal angehen. Dazu bin ich aber noch nicht gekommen.

 

MÄRZ
Anfang März kam dann dieses "Corona" immer näher zu uns. Ich persönlich nahm es anfangs auch noch nicht so ernst, obwohl mir meine Mama schon immer davon erzählte. Aber von Tag zu Tag wurde es realer und auch mir war irgendwann klar: "Sch... wir stecken mitten in einer globalen Pandemie!" Und mit dieser Erkenntnis und den drauffolgenden Tagen war dann auch die Unruhe da. Plötzlich hieß es, dass die Urlauber heimfahren müssen. Die kamen noch zum Einkaufen zu uns und waren alle richtig grantig (=bayerischer Ausdruck für unmutig).
Anfang März wurde auch unsere große Nudelmaschine "krank". Das war vielleicht ein blöder Montag. Unser Mechaniker konnte sie zum Glück die Woche über wieder reparieren und "gesundmachen".
Am 21.03. begann dann der 1. Lockdown. Auch ich war natürlich im Vorfeld noch einkaufen... Puuh - ich denke dieses Bild hat ein jeder im Kopf, wie es in den Lebensmittelgeschäften aussah. Ich denke "wie im Krieg" trifft es ganz gut. Wobei ich zum Glück etwas antizyklisch einkaufen musste, denn Sauerkraut + Backerbsen gab es zum Beispiel noch zur Genüge ! Etwas Galgenhumor schadet echt nie! Aber wir haben eigentlich immer die Grundsachen zur Genüge zuhause, auch wenn grade keine Pandemie stattfindet.
Dadurch, dass überall Mehl + Hefe knapp wurde, haben wir unsere Change und Verantwortung gegenüber Euch genutzt und Mehl, Hefe und Sauerteig abgefüllt wie verrückt. Ausserdem gab es dann mal knappe 14 Tage regelmäßig Roggenstangerl, denn hier habe ich ein Rezept so hingebogen, dass es wahnsinnig einfach und nur noch köstlich schmeckt! Das Rezept habe ich online gestellt und auch ein Roggenstangerl-Paket online geschnürt, sodass man mit einem Klick alle Zutaten nebst ausgedrucktem Rezept zuhause hat und nur losbacken kann. Diese Wochen, in denen Mehl + Hefe wohl das meistgekaufte Produkt in Deutschland war, haben uns auch echt alles abverlangt. Wir mussten unsere Mühle beflehen, uns vorzeitig zu beliefern und wir kauften mit 18kg Trockenhefe ein Hefewerk leer (dass ich das mal sagen würde, hätte ich auch nie gedacht)! Wir wickelten Mehlpackungen in Zeitungspapier ein, um sie versandsicher zu polstern. Nebenbei überlegte ich ständig, welche neuen Rezepte ich Euch noch liefern könnte. Damit ihr Kinder bespaßen könnt. Damit ihr Euch versorgen könnt. Damit ihr die Angst vorm Brotbacken verliert.

 

APRIL
Der April ist immer noch von der inneren Unruhe vor dem Unbegreifbaren geprägt. Ausserdem füllen wir nach wie vor Mehl aus den großen Säcken in kg-Tüten für Euch ab und versuchen Hefe zu bekommen. Und wir schicken immer noch Mehl und Backzutaten vor allem in die großen Städte.
Wichtige Entscheidungen für das Weiterbestehen des NudelneSterl`s mussten getroffen werden. Eine meiner bisher schwersten Entscheidungen war, mein Team vorerst zu kündigen. Es hat mich viel Kraft und Tränen gekostet, wobei mich meine Mädels, mein Team tatsächlich tröstete. Nur noch eine ist übrig geblieben und sie wurde auch in Kurzarbeit geschickt. Schwarze Tage für mein Herz.
Durch den Lockdown und den abgesagten Märkten konnten wir unsere eigenen Parkplätze endlich pflastern. Dazu musste aber erst der festgefahrene Schotter aufgerissen und aufgepickelt werden. Was für eine Schinderei!
Endlich habe ich begonnen (kann auch schon im März gewesen sein), täglich Instagram-Stories zu machen, sprich in die Kamera zu sprechen. Auch einige Youtube-Videos habe ich gemacht. Das Story-machen wird jetzt ein tägliches "To Do".

 

MAI
Jetzt wäre eigentlich der Monat unserer geplanten Geburtstagsfeier. Die Planungen daran habe ich schon zum 1. Lockdown pausiert. Eigentlich dachte ich, dass wir halt dann die Party einfach auf September verschieben.
Übrigens verschicken wir jetzt regelmäßig Newsletter. Durch eine liebe Zuschauerin habe ich endlich das Rätsel Newsletter-Versand gelöst und konnte das Thema angehen.
Auch ein Pinterest-Kanal ist entstanden. Ich versuche, ihn regelmäßig zu befüttern.
Lange habe ich die letzten Wochen mit dem Gedanken gespielt, ihn aber jetzt umgesetzt: ich kaufe mir eine Spiegelreflexkamera. Ich muss vollkommen verrückt sein, denke ich mir, als ich das gute Stück auspacke. So viele Knöpfe, so viele Einstellungen. Mein Ansporn ist, dass ich flexibel sein möchte und für Euch gute Bilder machen möchte für den Shop, für den Newsletter und auch für den Blog und die sozialen Kanäle. Und grade in dieserer unsicheren Zeit muss man schnell sein, schnell reagieren und schnell was online stellen können. Verkauft wird aber zuallererst über gute Bilder. Die versuche ich nun selbst zu verwirklichen.

 

JUNI + JULI
Es hat sich langsam eingependelt. Die innerliche Unruhe, die ich nicht erklären kann, bleibt. Mittlerweile sind wieder Urlauber da. Das ist schön. Wir haben seit einigen Monaten auch eine transparente Plane beim Verkaufstresen gespannt. Zwischen Kundschaft + Verkäufer. Seit April besteht zwar Mundnasenschutz-Pflicht. Aber eine transparente Zwischenwand schadet nicht. Anfangs wurde viel kundenseits diskutiert wegen der Maske. Bei uns gibt`s keine Ausnahmen. Es darf nur mehr 1 Person, bzw. 1 Haushalt im Laden sein. Und nur mit Maske. Alle anderen müssen leider draussen warten. Es hilft nichts. Zusammenhalten ist wichtig. Und wir halten uns penibel an die Vorgaben, desinfizieren auch immer Tresen und Türgriffe nach jeder Kundschaft. Durch den tollen Sommer möchte man nachlässig werden. Tun wir aber nicht. Wir erinnern uns gegenseitig dran.
Ende Juli hatten wir dann einen katastrophalen Produktionstag. Es klappte nichts, aber auch gar nichts. Zugleich schrottete ich die Presswelle der großen Nudelmaschine. Kann passieren, ist aber nicht schön. Kommt zum Glück nicht oft vor. Eigentlich hätten wir einen Spaghetti-Auftrag für einen Kunden gehabt. Den mussten wir jedoch abbrechen, weil eben die Presswelle kaputt ging.

 

AUGUST
1x im Monat haben wir seit ner Zeit wieder Bauernmarkt in Bad Füssing. Auch die Wochenmärkte in Bad Füssing und Safferstetten dürfen wir anfahren. Den Wochenmarkt-Samstag in Bad Birnbach haben wir komplett durchgezogen, auch während des 1. Lockdowns. Allerdings war in der Lockdown-Zeit natürlich so gut wie nichts los.
Jetzt im Sommer haben wir viel Nudeln gemacht.
Rezepte habe ich für Euch gekocht, aufgeschrieben, fotografiert und geschickt bzw. online gestellt.
Seitdem diese Pandemie unser aller Leben bestimmt, arbeite ich jeden einzelnen Tag. Kein Tag frei, denn wenn zuhause, bin ich mit Homeoffice beschäftigt. Bilder bearbeiten, Blog + Newsletter schreiben benötigt Zeit. Sich neue Dinge beibringen in Sachen social media und website kostet Zeit. Am besten ist man ungestört und das bin ich am Besten im homeoffice am Sonntag. Im August habe ich mir 3x 1 Tag "Urlaub" genommen, weil ich Pause brauchte. Permanent durcharbeiten klappt schon mal eine gewisse Zeit. Irgendwann braucht Kopf und Geist aber mal eine Unterbrechung. Unter anderem habe ich diese Pause am Attersee verbracht. Das war schön. Und natürlich coronakonform, ohne Kontakte, mit selbstgemachter und mitgebrachter Jause und mit genug Abstand. So ein kurzer "break" pustet so richtig schön den Kopf frei und lädt die Akkus wieder auf! Die innere Unruhe blieb jedoch.

 

SEPTEMBER
Vom September her weiß ich gar nicht mehr soviel. Der lief auch so durch mit Nudeln + Pesto produzieren, Pakete packen + verschicken, mit kochen + fotografieren, mit Website bearbeiten und weiter kennenlernen. Mitte September ging`s dann zu den familieneigenen Apfelbäumen zur Apfelernte. An 2 Samstagen haben wir die Bäume geschüttelt und die Äpfel aufgelesen und sind dann zu unserem Apfelpresser nach Österreich gefahren und ließen die eigenen Äpfel pressen und in 5-Liter-Gebinde zum Selberzapfen abfüllen. Die könnt ihr übrigens bei uns im Shop bestellen oder eben auch im Laden käuflich erwerben. Der Apfelsaft schmeckt einfach himmlisch und eben so, wie wenn man in den frischen Apfel reinbeisst.

 

OKTOBER
Seit Ende September, bzw. Anfang Oktober sitze ich an der Weihnachtsplanung. Dazu habe ich mir extra ein "Weihnachtsnotizbuch" angelegt, in dem ich die "Contentplanung" mache. Content bedeutet "Inhalt" einer Website und den social media-Kanälen. Sprich, in diesem Buch steht, welche Inhalte ich die nächsten Wochen bis Weihnachten auf diesem Blog nudelnesterl.de, auf den social media-Kanälen wie Instagram, Facebook, Pinterest zeigen und kommunizieren werde. Es steht drin, welche Rezepte gekocht und fotografiert werden müssen. Anregungen und Ideen stehen drin. Und es hat auch ein klein wenig was von Berichtsheft, da ich - wenn der Kopf schon rauchte und den nächsten Schritt nicht wusste - einfach reinschrieb, was ich grade gemacht hatte. Sprich, wenn ich soeben eine Grafik am PC erstellt hatte, wurde das ins Buch eingetragen. Somit kam in den Kopf auch wieder etwas Ordnung und so schlecht ist das gar nicht, wenn man dann eine Liste auf Papier sieht, was an einem Tag mit Chaos im Kopf doch geschafft wurde.
Auch seit gut einem Monat sitze ich wieder intensiv an der Bearbeitung der neuen Pesto-Etiketten. Dieses Projekt hatte ich 2019 bereits gestartet, was aber nicht wirklich gut funktionierte - die Grafikerin und ich hatten scheinbar nicht die gleiche Wellenlänge. Dann kam das Weihnachtsgeschäft 2019 und dann die Geburtstagsplanung Anfang 2020 und dann Corona. Doch jetzt im Herbst 2020 sprachen wir im Team wieder darüber und ich nahm das Projekt erneut im Angriff. Nun hatte ich auch eine neue Grafikerin und mit der klappte es richtig, richtig gut. Sie verstand, was ich haben wollte; wir arbeiteten beide intensiv dran und so konnten wir am 23.10.2020 endlich die neuen Etiketten in Händen halten! Diese neuen Aufkleber gefallen uns ausgesprochen gut! Und zum ersten Mal spannte ich meine Instagram-Follower sehr auf die Folter und zeigte das neue Etikett nur häppchenweise.
Im Oktober konnte ich 2 tolle Rezepte auf dem Blog online stellen: die herbstliche Linsen-Kürbis-Bolo und die Schoko-Zimt-Nudeln auf Vanillesoße mit Haselnusseis. Beide Beiträge gefallen mir richtig gut, vor allem bin ich auch ein kleines bisschen stolz, was die Fotos angeht. Es ist tatsächlich immer ein wahnsinns Aufwand, Gerichte zu kochen und vor allem so zu kochen, dass alles miteinander fertig wird, zwischendurch das Foto-Set zu richten, das Essen ansprechend zu drapieren und schlussendlich die Bilder davon zu machen. Ja, als Konsument, als Leser sieht man das was da an Aufwand dahinter steht nicht oder macht sich darüber keinerlei Gedanken. Bevor ich das Thema selbst richtig anging, war mir das auch nicht so bewusst. Aber es ist ehrlich gesagt der Wahnsinn. Bei uns läuft das "so nebenher". Wie sagte mal eine liebe Bekannte: "bei dir läuft doch auch alles nebenbei" - über diesen Satz habe ich viele Male nachgedacht. Denn es stimmt, ich sag immer, das mach ich nebenbei und das läuft nebenher. In fast jeder freien Minute drehe ich Videos, mache nun auch sog. Reels (das sind so kurze Videosequenzen, in denen man etwas Schritt für Schritt zeigen kann mit Musik), bearbeite Bilder, schreibe Texte für die postings, schneide meine täglichen Stories zu einem längeren Video für youtube zusammen. Ja, man kann sagen, dass sich dieses spezielle Jahr für mich ganz viel am Laptop und am Handy abspielt. NudelneSterl ist noch mehr in der digitalen und virtuellen Welt angekommen. Den Online-Shop hatten wir zum Glück schon immer; nur dieses Jahr wurde der so viel wie nie bearbeitet.

 

NOVEMBER
Und dann ist auch schon November und die innere Unruhe, die ich den ganzen Sommer verspürte (eigentlich unsere ganze Familie) zeigt wie berechtigt sie war: es steht ein neuer, der 2. Lockdown vor der Tür. Für uns ändert sich erstmal nichts. Wir haben ja nach wie vor den Laden offen, weil wir ja Lebensmittel verkaufen. Nur werden halt die Kundenzahlen immer weniger und das Geschäft verlagert sich wieder mehr auf den Onlineshop. Wir produzieren nach wie vor Nudeln und Pesto. Ich ermuntere mein Team immer, dass wir jetzt richtig Gas geben müssen und das ist auch mein tägliches Mantra. Pausieren geht jetzt nicht. Nicht bis Weihnachten. Bis Weihnachten wird richtig durchgezogen! Tägliche Stories drehen stehen an der Tagesordnung. Jetzt erst recht! Ich will endlich wieder mein komplettes Team zurückholen! Da ich abends immer erst nach Ladenschluss ungestört bin, drehe ich erst immer so ab 18 Uhr. Die täglichen Stories (Ein Story-Schnipsel hat 15 Sekunden) sind immer ungeplant bis max. grob thematisch geplant und dauern so bis 10 Minuten Zuseherzeit. Klingt nicht viel, ist es aber. Diese max. 10 Minuten verbrauchen ca. 1-2 Stunden Drehzeit mit untertiteln und speichern der einzelnen 15sek-Schnipsel. Das geht nicht während des Tages; da klappt nur wenn der Laden geschlossen ist und nicht jemand durchs Bild läuft oder was braucht von einem. Die Videos drehe ich alle im Laden. In diesen Videos spreche ich vor allem über Produkte, aber auch über schöne und blöde Ereignisse. Ausserdem mache ich mich über mich selbst lustig und vor allem singe ich. Ich singe täglich in den Stories zum Abschluss. Täglich kommt der Nudelblues! Der "Nudelblues" ist schätzungsweise im April entstanden. Wenn ich mir überlege, dass ich niemals vor anderen Leuten gesungen habe bis zum 1. Lockdown und jetzt sing ich einfach mal im Internet. Krass. Und es macht mir absolut nichts aus! Auch vor Kundschaften, also echten Menschen im Laden hab ich bereits gesungen! Ist mir jetzt einfach mal sowas von wurscht. Macht mir nichts mehr aus! Aber warum der Sinneswandel? Das ist relativ schnell zu Beginn der Pandemie passiert. Soviele Gedanken habe ich mir zum Thema "Corona, Krankheitsverlauf, Beatmung und den Gedanken im Krankheitsfalle" gemacht. Und hab' mir dann überlegt, dass man ganz schön blöd ist, wenn man Ängste hat ausgelacht zu werden. Denn wenn man z. B. krank ist, kommt einem das doch auch sehr dumm vor. Und dann habe ich mir überlegt, dass ich z.B. singen immer mochte und dass ich es doch einfach machen soll, solange ich es kann und Spaß dran habe. Und so habe ich zaghaft angefangen, in meinen Stories einzelne Sätze zu singen, z.B. die Verabschiedung oder ich habe kurze Lieder angesungen. Irgendwann kam der Nudelblues in meine Gedanken und das erste Mal, als ich die finale Melodie sang, ging die mir gar nicht mehr aus dem Kopf und abends besang ich dauernd meine Familie damit. Ohrwurm, echt! Lustigerweise sagen mir das auch meine Zuseher, dass der Nudelblues ein echter Ohrwurm ist. Und verrückterweise habe ich auch den Nudelblues für unsere eigene Radiowerbung dieses Jahr eingesungen und einfach mal im Radio spielen lassen! Das war irgendwann im Sommer!
Irgendwann im November bekamen wir auch die finale Absage für den Weihnachtsmarkt in A - Braunau. Der schöne Weihnachtsmarkt. Der wäre eh schon coronakonform umgeplant worden, wurde aber dann doch noch abgesagt, weil die Zahlen (der Inzidenzwert) stiegen. Das war total traurig für uns, grade weil wir dort 3 Wochen á 4 Tage stehen. Ende November (oder wars Anfang Dezember) wurde dann auch die schöne Schlossweihnacht auf Schloss Katzenberg (A) ebenfalls abgesagt. Die wäre dieses Jahr zum ersten Mal an 2 Wochenenden gewesen und mit Sicherheit wieder sehr schön, auch wenn anders.
Auch ein ganz weltliches Problem ereilte uns. Unser Hauptdrucker fraß ein Etikettenpapier. Der bzw. die Schuldige war eigentlich und dummerweise ich. Wir nutzen nämlich grundsätzlich die Rückseiten des Etikettenpapiers (Din A4) als Schmierpapier. Sprich auch für interne Beschriftungen für unsere Lagerkartons z.B.. Die leere Rückseite der neuen Pestoaufkleber sah so aus, als ob wir die auch bedrucken könnten. Dummerweise hatte ich direkt Papierstau und Mama und ich fummelten ziemlich lange, bis wir das Papier wieder aus dem Drucker bekamen. Hierbei kam aber ein Etikettenstückchen nicht raus. Der Drucker druckte trotzdem. Mit leichtem Schatten, aber es funktionierte. Bis er mal wieder ein Papier einzog, das wir schlussendlich nicht mal zu Dritt (Papa musste auch mithelfen) entfernen konnten. Wir begannen den Drucker schon aufzuschrauben und gedanklich verabschiedeten wir uns schon von unserem treuen Begleiter, den wir bald 10 Jahre haben. Mama kam dann auf die Idee, unseren Wahnsinns-Elektriker anzurufen. Gesagt, getan. Der wollte dann am nächsten Tag kommen. Kam nicht, weil sein Auto plötzlich ebenfalls streikte. Er kam dann am nächsten Tag und was soll ich sagen: er schraubte den Drucker bis zum Geht nicht mehr auf! Und kam auch an seine Grenzen. Er konnte aber dann das Etiketten-Fetzelchen entfernen. Es hatte sich mittlerweile schon richtig eingeschmolzen. Diese Drucker-Rettungs-Aktion dauerte ca. 2 oder 3 Stunden. Danach funktionierte der Drucker sehr zögerlich, groovte sich aber die nächsten Tage gut ein und ist jetzt wieder ganz der Alte! Und zeigt uns: schon brutal, wenn plötzlich der Drucker ausfällt, der die Nudeletiketten druckt. Und Rechnungen. Und Listen. Und und und.
Der November stand im Übrigen für viele Fotos. Mit meinem Franz habe ich einige Tage Produktshootings gemacht. Die ganzen Pestogläser wurden mit den neuen Etiketten fotografiert. Wir haben Zahlenluftballons fotografiert für den 1. Produktlaunch in der Chronik des NudelneSterl`s! Ja, wir haben ein Produkt gelauncht: den Tomatenkracher! Das Pesto "Tomatenkracher"! Produktlaunch heißt, dass man ein Produkt auf dem Markt einführt. Sprich, ein Produkt veröffentlicht. Ausserdem haben wir den virtuellen Adventskalender; also jedes einzelne Türchen inszeniert und fotografiert und bearbeitet. Plus die ganzen weihnachtlichen Geschenkpackungen, die es im Shop zur Weihnachtszeit geben wird. Auch die ganzen Gewürze haben endlich auch eigene Fotos für ihren Internetauftritt bekommen.
Zwischendurch habt ihr auch wieder einen Newsletter mit der Lösung Eurer diesjährigen Weihnachtsgeschenke bekommen.
Im letzten November-Drittel habe ich auch endlich den Sendetermin von über uns im Februar gedrehten Film selbst bekommen und somit auch auf Instagram + Facebook bekannt gegeben! Am 10.12.2020 ist es soweit. Wir sind gespannt - auch wir haben den Film ja noch nicht gesehen!

 

DEZEMBER
Der Dezember ist mir mit einem Wort in Erinnerung geblieben: arbeitsintensiv.

Jetzt webt sich das Netz immer enger zusammen, heißt, jetzt zeigt es sich, ob die letzten beiden Monate richtig geplant und vorgearbeitet wurde. Wir bekommen noch einen kurzfristigen Auftrag rein, für den wir noch eine absolute Sonderproduktion einlegen.

Am 10.12.2020 wird unser Film auf dem BR bei "Wir in Bayern"  ausgestrahlt. Meine Familie habe ich zum Fernseher geschickt. Ich selbst bleibe im Laden. Ohne Fernseher. Aber mit ungewissem Blubber im Bauch. Wie wird der Film? Wie wird die Geschichte erzählt? Kurz davor schicke ich noch Sprachnachrichten hin und her mit einer ganz lieben Bekannten, die selbst bereits 2x im BR gezeigt wurde. Sie ist selbst so aufgeregt und weiß genau, wie ich mich fühle. Ich versuch mich zu beschäftigen ab 16:15 Uhr, bin aber in Gedanken die ganze Zeit am Fernseher. Ich bastele Geschenke und arbeite dann noch etwas im Onlineshop, als mich um 17:03 Uhr eine Nachricht auf Instagram von einer lieben Zuseherin ereilt "Wupp wupp du Weibsbild nun kommst du!".
Meine Antwort (mega aufgeregt): Ui danke. Ich schau`s erst später."
Antwort: "So süß bist du, total sympathisch! I mog di" :) 
Und meine Antwort (ich hatte direkt Tränen in den Augen): "Meiiiiiiiiiiiiii :) Hab i Untertitel?"
"Ich habe alles verstanden, da war keiner."
Diesem Dialog sind noch einige dieser Art gefolgt. Auch einige begeisterte Emails ereilten mich. Wahnsinn. Soviel liebe Worte, soviel Anerkennung, soviel Liebe. Den Bericht hatte ich immer noch nicht gesehen, saß aber schon schnüffelnd und Tränen wegwischend alleine im Büro. Ein Freund hat mir den Bericht dann per whatsapp geschickt - ich hab ihn mir zum ersten Mal also auf dem Handy gegen 19 Uhr angesehen.
In der Zwischenzeit ploppten langsam die Bestellung rein und das Telefon läutete einige Male. Bei einem Anruf tat sich dann auf, dass der Server zwischenzeitlich überlastet ist. Ich bat den Herren, einfach mal ne gemütliche Tasse Kaffee zu trinken und der Website mal ein Stündchen Ruhe zu genehmigen. Zuviele Zugriffe auf zu kurze Zeit. Und dann begann ich die Bestellungen auszudrucken und langsam abzuarbeiten. Gegen 20 Uhr bin ich dann nach Hause. Voller Adrenalin und zuhause hab ich dann noch weiter Kommentare unter unseren social media Beiträgen beantwortet. Und natürlich mit meinen Tanzmädels geschrieben. Logo - die Fernsehhupferl!
Oft wurde ich in dieser Nacht wach. War ich froh, als um 5 Uhr endlich der Wecker läutete. Ich bin direkt aufgesprungen und hab gerufen "Endlich darf ich arbeiten! Juhuuu!" Mein Franz hat mich mit Kopfschütteln angeschaut und nur gemeint "wie kann man sich nur so auf die Arbeit freuen?". Ihn hab ich direkt mitgenommen und ihn ins Büro geschoben (natürlich war das abgesprochen). Er schmiss die kommenden Tagen das Backoffice. Was für eine Erleichterung! Insgesamt brach ein mehrtägiger Verpackungstunnel über uns alle herein. Meine Eltern verpackten wie die Weltmeister, Isabella suchte die Ware zusammen, ich schrieb Rechnungen und machte die Pakete versandfertig, Franz druckte die Bestellungen und die Versandaufkleber und bewachte das Telefon. Wenn Kundschaft kam, waren entweder Isabella oder ich im Laden. Zwischendrin mussten wir auf die Schnelle noch 2 Chargen Pesto "Eurasia" machen. Und jetzt Galgenhumor: jetzt war`s richtig gut, dass die Weihnachtsmärkte nicht waren, denn für die hätten wir jetzt keine Zeit mehr gehabt ;)
Natürlich ging uns einiges an Sorten aus. Auf diesen plötzlichen Ansturm waren wir nicht so ganz vorbereitet. Aber wir wären nicht wir, wenn wir nicht einfach die Besten im Improvisieren wären! Und die letzten Lern-und Übe-Monate im Onlineshop zahlten sich aus, denn nun konnten wir ganz flott alles anpassen. Wo wir grade bei Improvisieren sind: der Toner vom Bürodrucker wurde leer. Samstags. Im Lockdown. Natürlich war keine Reserve da. Herrlich. Zur Erinnerung: hier drucken wir die Bestellungen und vor allem Versandaufkleber. Nun durfte Franz jede einzelne Bestellung und jeden Aufkleber auf einem USB-Stick speichern, den wir dann am Kassen-Drucker wieder auslesen und drucken konnten. Was für ein Aufwand! Und natürlich mussten wir uns dann immer absprechen, denn hier drucke ich auch die Rechnungen.. Aber auch das hat gut geklappt und Dienstags kam dann der neue volle Toner. Die Tage haben wir immer bis ca. 21 Uhr durchgearbeitet und morgens früh angefangen. Ich weiß nicht, wie es den anderen ging, aber viel und gut geschlafen habe ich in diesen Tagen nicht. Aber trotz der vielen Arbeit war die Stimmung ausgezeichnet und ich möchte sagen, dass es eine wahnsinnige Erfahrung für uns alle war. Trotz der vielen Arbeit war`s richtig schön! Liebe Leser - ihr macht`s uns die größte Freude, wenn ihr fleissig Nudeln & Pesto esst´s und fleissig bei uns bestellt`s :) !
Leider ist mir mein Kunde abgesprungen (der für den wir die Sonderproduktion einlegten), weil wir nicht mehr vor Weihnachten liefern konnten. Schade. Die Nudeln haben wir dann kurz vor Weihnachten dann für uns verpackt.

In der Weihnachtswoche war dann nicht mehr so arg viel los und wir konnten endlich unsere beiden Regale sichten, die wir Anfang Dezember geliefert bekommen haben. Wir wollen nämlich das Büro renovieren, aufräumen und umgestalten. Leider war schon zu Beginn ein riesiger Transportschaden und wir mussten insgesamt 9 Packteile auspacken und sichten. Zwischen Weihnachten und Neujahr haben wir einen Aktenschrank ausgeräumt, abgebaut und ein neues Metallregal aufgebaut. Ausserdem haben wir eine Bürowand direkt gestrichen. Das zweite Regal ist leider komplett im Eimer und wird neu geschickt. Das ist aber nicht so tragisch, so haben wir noch etwas Zeit zum Aussortieren und Umräumen.

FAZIT:
Ja, dieses Jahr war einfach nur anstrengend. Aber auch vollgepackt mit Neuem. Da wir kaum auf Märkte fahren konnten, haben wir uns richtig auf`s Onlinegeschäft konzentriert (neben dem physischen Laden natürlich) und das war gut so. Gefühlsmäßig war`s ebenfalls anstrengend; wobei es ganz vielen so ging. Viele Tage ist man gut gelaunt und plötzlich wacht man auf und befindet sich in einem schwarzen Loch, aus dem man wieder rauskraxeln muss. Das hab ich lange Zeit nicht verstanden. Der Vater einer lieben Freundin hat mir dann gesagt, dass das ganz natürlich ist, wenn man soviel neue Dinge lernt und sich erst "eingrooven" muss. Darüber hab ich viel nachgedacht und sehe das mittlerweile genauso. Und lebe mit dieser Erkenntnis einfach entspannter.

Ins Jahr 2021 gehe ich mit einem guten Gefühl. Wir können alles schaffen! Wir sind ein saugutes Team (auch wenn mir meine beiden anderen Mädels recht fehlen) und haben einfach die beste Kundschaft!
Also macht's gerne recht fest Werbung für mein NudelneSterl und fordert uns mit Euren Bestellungen heraus! Wir werden auch dieses Jahr wieder täglich unser gewohnt Bestes geben!


Das Weihnachts-Team-Foto mag ich. Auch wenn wir aktuell ein so kleines Team sind. Und es zeigt, dass man auch trotz des Tragens einer Maske fröhlich und motiviert sein kann!

 

Wer hat bis hierhin gelesen? Danke für Eure Aufmerksamkeit!
Teilt mir gerne hier drunter in den Kommentaren mit, wie Euer Jahr 2020 war! Das würde mich auch interessieren!

 

Ganz liebe Grüße - lasst Euch nicht unterkriegen und bleibt bitte gesund!

Eure Eva

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